Immer wenn ein neues Jahr vor der Türe steht, werden viele Fragen zu Aussichten für die Zukunft gestellt. Das gilt gerade und ganz besonders auch für finanzielle Aussichten. Wie ist die Stimmung unter jungen Menschen?
Und wieder geht ein Jahr vorbei, doch du mein Freund bist nicht dabei. So, oder ähnlich könnte es klingen, wenn man junge Menschen fragt, was sie von ihrer eigenen und der finanziellen Zukunft anderer erwarten. Das allgemeine Umfeld lässt den Schluss zu, dass junge Leute nicht wirklich in Hochstimmung geraten, wenn sie darüber nachdenken, wie es finanziell um die Zukunft bestellt sein wird. Soweit die allgemeine Annahme. Doch ganz so schlimm sind die Aussichten gar nicht. In Zusammenarbeit mit der Union Investment hat Forsa eine repräsentative Online-Befragung durchgeführt und 1.004 Menschen in Deutschland befragt, die im Haushalt über Finanzen entscheiden. Das Ergebnis ist verblüffend, weicht es doch von der allgemeinen Stimmung deutlich ab. Die Umfrage kommt nämlich zu dem Ergebnis, dass gerade die 20- bis 29-Jährigen nicht allzu viele Sorgen um ihre finanzielle Zukunft machen.
Katerstimmung Fehlanzeige
47 Prozent der Befragten gehen sogar davon aus, dass sich die Lage bei den eigenen Finanzen im Zeitraum eines Jahres verbessern wird. Im Durchschnitt aller Befragten waren es immerhin 28 Prozent. 42 Prozent der jungen Leute glauben, dass sich nicht viel verändern wird und alles beim Alten bleibt. Hier liegt der Durchschnitt bei 58 Prozent. Das teilt zumindest die Investmentgesellschaft Union Investment mit. Nur zehn Prozent blicken bei den jüngeren Befragten pessimistisch in die Zukunft. Der Durchschnitt bei allen Befragten liegt bei 14 Prozent.
Wenn sich junge Menschen in Deutschland wirtschaftlich Sorgen machen, dann liegt das vor allem an den stark gestiegenen Energiekosten und der hohen Inflation. Positiv anzumerken ist die Tatsache, dass die Mehrzahl der jüngeren Befragten der Meinung sind, Sparen und Geld anlegen sei nützlich, ist interessant und macht auch noch Spaß. Die Mehrzahl, insgesamt 89 Prozent sagen, dass es ein gutes und erhabenes Gefühl ist, wenn man sich etwas leisten kann, weil man gespart hat. In diesem Punkt unterscheidet sich die jüngere Generation gar nicht von den älteren Menschen. Der Durchschnitt aller Befragten liegt bei 87 Prozent.
Unterschiedliche Ansichten in punkto Geldanlage
Deutliche Unterschiede gibt es aber bei den Prioritäten bei Sparen und der Geldanlage. Bei den 20- bis 29-Jährigen steht die finanzielle Unabhängigkeit ganz oben auf der Prioritätenliste. Das sagt die deutliche Mehrheit der jüngeren Leute. Dicht gefolgt vom Thema Altersvorsorge (85 Prozent) und Rückstellungen für Notlagen (84 Prozent). Im Durchschnitt geben alle Befragten an, dass das Thema Altersvorsorgen für sie die höchste Priorität habe (85 Prozent). Auf dem zweiten Platz folgen Rücklagen für Notfälle (84 Prozent).
Betrachtet man alle Befragten, dann liegt das Sparziel Altersvorsorge mit 85 Prozent deutlich vorne. Auch hier folgt das Thema ‚Rücklagen für Notfälle’ und das Sparen für finanzielle Unabhängigkeit mit je 78 Prozent. Interessant ist noch: Im Vergleich zu anderen Altersgruppen sparen die jüngeren Leute deutlich häufiger für die eigene Immobilie. 62 Prozent dieser Altersgruppe träumt nach eigenen Angaben davon, später in eigenen vier Wänden zu leben und ist bereit, dafür zu sparen. Im Durchschnitt aller Befragten gaben 38 Prozent diese Antwort.